Wie alt ist Altholz wirklich?
Je nach Sortiment zwischen 30 und rund 300 Jahren. Sonnenverbrannte Bretter sind teils bereits nach 30 bis 40 Jahren Wind und Sonne ausreichend verwittert. Original handgehackte Balken und Bretter stammen zwingend aus der Zeit vor den maschinellen Sägen – das war bis vor rund 100 Jahren der Fall, je nach Region früher oder später. Einzelne Balken tragen Inschriften aus dem 18. Jahrhundert, etwa von 1780.
Woran man das Alter erkennt: Handgehackte Hölzer tragen die Spuren der Axt – unregelmäßige Facetten statt gerader Sägeschnitte. Die runden Stämme wurden nur mit Mensch und Axt in die viereckige Form gebracht, bevor es Sägewerke und Gattersägen gab. Sonnenverbranntes Holz zeigt sein Alter an der Oberfläche: Die weichen Jahresringe sind durch Wind und Wetter abgetragen, die harten stehen als Struktur hervor.
Das Alter des Gebäudes ist nur die Untergrenze. Unsere Hölzer stammen aus dem Alpenraum – aus Österreich, Bayern und Regionen der ehemaligen Monarchie –, die Gebäude sind oft mehrere hundert Jahre alt. Ein Stadel aus dem 18. Jahrhundert wurde dabei häufig aus Holz gebaut, das schon vorher jahrzehntelang in einem anderen Bau stand: Balken wurden früher wiederverwendet, so wie wir es heute tun.